Thank you for playing my piece!

Rekonstruktion

2018

„Thank you for playing my piece!“ – ein Stück zwischen performativer Kunst, Tanz und Musik für 10 Akteure und 180 Objekte von C&C und ARNO

Die Performance macht die selten aufgeführte Komposition „Theatre Piece“ (1960) von John Cage erlebbar, eines der ersten Happenings der Geschichte.

Was sagen eine Fliegenklatsche, ein Handventilator oder ein pinkfarbener Samtball, über unsere Beziehung zur Welt aus? Angesichts all der nützlichen und weniger nützlichen Dinge, die uns tagtäglich umgeben, haben die Tänzer-Performer von C&C und die Musiker ARNO über 180 Gegenstände gesammelt, beschrieben und zum Teil vervielfältigt, um im kleinen Format das große Ganze zu erforschen.

In der TanzMusik Performance „Thank you for playing my piece!“ werden all die Dinge zu einer sich ständig verändernden interaktiven Raum- und Klanginstallation zusammengestellt, zerlegt und neu geordnet.
Inspiriert von den Gedanken des Philosophen Vilém Flusser, demzufolge sich die (Lebens-) Bedingungen des Menschen aus dem Umgang mit den „Dingen“ ableiten lassen, werden sie zu einer Versuchsanordnung über sich verändernde Welten.

Die selten aufgeführte Komposition „Theatre Piece“ (1960) von John Cage, bei der Aktionen und Zahlen an die Stelle von Noten treten, dient als Rahmen. Somit re-enacten fünf Besucher und fünf Künstler gemeinsam in dem aktuellen Kontext eines der ersten Happenings der Geschichte. Diese Form von Aktionskunst hat seinen Ursprung in den 60 er Jahren und ist ein künstlerisches Ereignis, bei dem das Publikum miteinbezogen wird.
Performative, musikalische und bewegungstechnische Handlungsanweisungen führen alle Beteiligten durch das Stück. Objekte werden bewegt, Aktionen ausgeführt, Interaktionen entwickelt und neue Narrationen entworfen. Die eigenen Freiräume, Bedingungen und Zwänge bleiben hier - wie im realen Leben - Verhandlungssache. Ein künstlerischer Mikrokosmos, in dem die Gesellschaft als Baustelle bearbeitet, der eigene Aktionsspielraum ermessen und neu Praktiken des gesellschaftlichen Miteinanders erprobt werden können.

So wird jede etwa einstündige Aufführung zu einem einmaligen Stück und individuellen Erlebnis, das von allen Beteiligten gleichermaßen gestaltet wird.